Bildgalerie: Die Kette #01

Seit Jahren

lag diese siebengliedrige Holzkette in einer Schublade meines Schreibtisches. Erinnerung an eine Zeit, in der ich noch nicht glaubte, für das Schnitzen keine Zeit zu haben. Nun ist sie mir wieder in die Hände geraten und kurz darauf in meine Fototasche gewandert. Glücklicherweise bin ich noch nicht dem Wahn verfallen, keine Zeit für das Fotografieren zu haben. Denn bei kaum einer anderen Beschäftigung gelingt es mir so gut, alles um mich herum zu vergessen, nicht zuletzt die scheinbar immer rarer werdende Zeit.

Eine Kette als Sinnbild der Gebundenheit und Gefangenschaft.  Entstanden aus einem einst lebendigen Teil eines großartigen Wesens, aus dem Körper eines mächtigen Baumes, der seine Gliedmaßen wie Flügel weit in den Himmel zu heben wusste. Dann starb dieses großartige Wesen, alles Leben wich aus ihm, es wurde eine Kette daraus. Geschnitzt, erschaffen von Menschenhand. Und ist es mit unseren irdischen Fesseln nicht genauso? Sind nicht auch sie aus etwas einst lebendigem, großartigem entstanden? Geformt zwar durch das Schaffen kreativer Hände, aber nichtsdestotrotz zu Fesseln geworden, die doch einst Flügel hätten werden können?

Text & Photographie / Stefan Kälberer

 

Leben in der Matrix

Gastbeitrag von Rolf Donisch

Allzu oft vermuten und suchen wir die Botschaften der universellen Weisheit ausschließlich in Alten Schriften und Überlieferungen. Und allzu oft erscheinen uns moderne Aussagen, eine höhere Weisheit betreffend, allzu oberflächlich, oft sogar trivial. Aber der Schein kann trügen! Theaterstücke, moderne spirituelle Literatur oder auch Kinofilme sind oft durchdrungen, ja inspiriert von starken Einflüssen universeller Weisheit. Und so können uns die Ketten unserer Gefangenschaft deutlich vor Augen geführt werden. Gemeinsam unterwegs auf dem Pfad des Erkennens, des immer besseren Verstehens der übergeordneten Zusammenhänge, entwickeln immer mehr Sucher individuell und kollektiv ein immer besseres Unterscheidungsvermögen für unser Leben in einer Scheinwelt. Perfektes Beispiel dafür: Der Kultfilm “Matrix”.

 

Im Jahre 1999

kam mit großem Erfolg der Film Matrix in die Kinos. Er handelt davon, dass die Menschheit bewusstseinsmäßig in einer Computersimulation lebt, der Matrix, also in einer Scheinwelt. Tatsächlich aber dienen die Menschen, in unvorstellbar großen Plantagen und in Batterien zusammengeschaltet, den Maschinen einer künstlichen Intelligenz, der Erzeugerin der Matrix, als Energiequellen. Diese künstliche Intelligenz wurde ursprünglich von den Menschen selbst erschaffen. Nur wenigen Menschen ist es gelungen, das Sklavendasein zu erkennen und sich aus der Matrix zu befreien. Die  Menschen, die der Matrix entkommen sind, setzen dann all Ihre Kraft ein, weitere Menschen daraus zu befreien.

Morpheus ist

der Leiter einer solchen Gruppe der Befreier. Er weiß, dass die Agenten, also die Herrscher der Matrix, ihnen überlegen sind. Was ihn sein ganzes Leben motiviert hat, ist der Glaube, dass ein Mensch kommen wird, der die Agenten besiegen und die Matrix zerstören kann, damit die Menschheit wieder in der Realität leben kann. In Neo, dem “Neuen“, glaubt er diesen Auserwählten gefunden zu haben. Nachdem er Neo befreit hat, erklärt er ihm was die Matrix ist.

Morpheus:

Ich will dir sagen warum du hier bist. Weil du etwas weißt. Du kannst es nicht erklären. Aber du fühlst es. Du hast ein Leben lang gefühlt, dass mit der Welt  etwas nicht stimmt. Du spürst es. Wie einen Splitter in deinem Kopf der dich verrückt macht. Dieses Gefühl hat dich zu mir geführt. Weißt du wovon ich spreche?

Neo:

Von der Matrix?

Morpheus:     

Möchtest du wissen, was sie ist? Die Matrix ist allgegenwärtig. Sie umgibt uns. Selbst hier in diesem Zimmer. Wenn du aus dem Fenster guckst oder den Fernseher anmachst. Du spürst sie, wenn du zur Arbeit gehst oder in die Kirche. Und wenn du deine Steuern zahlst. Es ist eine Scheinwelt die man dir vorgaukelt um von der Wahrheit abzulenken.

Neo:   

Welche Wahrheit?

Morpheus:     

Dass du ein Sklave bist. Wie alle bist du in die Sklaverei geboren, in ein Gefängnis, das du weder riechen, schmecken noch anfassen kannst. Ein Gefängnis für deinen Verstand.

 

Hier erkennt man

die Parallelen zur Universellen Lehre. Die Rosenkreuzer sprechen von der Dialektik anstatt von der Matrix. Der Mensch ist ein Schöpfer, nicht nur im materiellen Sinn, sondern auch spirituell. Dadurch, dass er sich durch sein egozentrisches Verhalten vom ursprünglichen Schöpfungsplan entfernte, erschuf er durch sein auf sich selbst bezogenes Denken, Wollen, Fühlen und Handeln große Kraftformationen, die in der Universellen Lehre Äonen und Archonten genannt werden. Diese sind umso größer und mächtiger, je mehr Menschen sich diesem Verhalten anschließen.

Die Archonten und Äonen

benötigen diese egozentrischen Kräfte, um Ihre Existenz aufrechtzuerhalten. Also muss der Mensch verdummt und versklavt werden, damit er nicht aus seinem Schlafzustand erwacht und seine Lebensenergie von den Äonen ungehindert  benutzt werden kann. In unserem System ist jedoch immer noch das ursprüngliche Prinzip vorhanden, in dem der Plan unserer geistigen Wesenheit aufgezeichnet ist. Dieses ermöglicht uns, das geistige Bewusstsein wieder zu erlangen, das die Wahrheit und Wirklichkeit erkennen kann.

Sind wir bereit, der Stimme dieses Prinzips zu folgen, dann wird uns unser verbliebenes Potential aus der ursprünglichen Ordnung in Verbindung mit der universellen Schöpferkraft helfen, das egozentrische Denken, Wollen, Fühlen und Handeln mehr und mehr los zu lassen, um einem Denken, Wollen, Fühlen und Handeln Platz zu machen, welches sich in den Dienst der Menschheit und der gesamten Schöpfung stellt.

Es geht also darum, ein vollkommen neuer Mensch, ein „Neo“ zu werden. „Morpheus“ mit der Gruppe der Befreiten wartet nur darauf, uns dabei zu helfen.

Text: Rolf Donisch / Photographie: Stefan Kälberer