Bildgalerie: Die Welt als Illusion

Das wichtigste

gleich vorweg: ich bin mir nicht sicher, ob diese Fotoserie “Die Welt als Illusion” irgend einen Bezug zu wirklicher Spiritualität hat. Und ganz ehrlich: es ist mir auch nicht wirklich wichtig. Sicher ist nur, dass diese Fotos – konkreter, diese Fotomontagen – meinem Bedürfnis nach einer harmonischen Welt entsprungen sind. Die Bilder sind entstanden aus einem tiefen inneren Verlangen nach einer Welt der Schönheit und Harmonie, einer Welt, die nicht bereits nach der nächsten Biegung wieder von nüchterner Realität in Form von Industriegebieten, Hochspannungsmasten oder Schnellstraßen zunichte gemacht wird. Im realen Leben durfte ich das auf ausgedehnten Wanderungen durch die ursprüngliche Natur Neuseelands erleben. Tagelange Touren fernab aller Siedlungen, durch intakte, malerische Landschaften “zu-schön-um-wahr-zu-sein” liessen mich vor genau 30 Jahren klar erkennen, wie sehr unsere innere Stimmung von äusseren Verhältnissen geprägt wird.

Und leben wir

nicht alle auf die eine oder andere Art in einer Welt der Illusionen? Warum also nicht auch einmal die Welt der Fotografie, die ja üblicherweise als recht real eingestuft wird, in die Welt der fantastischen Illusionen erweitern? Steckt im Begriff Illusion doch das alte, heute ungebräuchliche Wort illudieren. Es kommt vom lateinischen llludere und meint so viel wie spielen. So treibe ich einfach mal mein Spiel mit der Fotografie, mein Spiel mit schönen Landschaften, die wir ja nicht umsonst gerne auch als Traumlandschaften bezeichnen.

Zum Abschluß

noch ein paar Worte zur Entstehung dieser Bilder: Ausgangsbasis ist immer ein für sich bereits harmonisches Landschaftsbild. Dieses wird dann komplett nach links und anschließend zur Hälfte nach rechts gespiegelt. Zum Abschluß wird dann ein Teil des unteren Bildbereichs nochmals nach unten gespiegelt, so wie sich Landschaften an windstillen Tagen im Wasser eines Sees spiegeln. Fertig ist die Illusion einer heilen Welt.

Text & Photographie / Stefan Kälberer

 

 

“Sobald wir vermögen, diese Welt als Illusion und Trugbild zu betrachten, können wir alles, was uns widerfährt, als Traum betrachten, als etwas, das vorgab zu sein, weil wir schliefen. Dann werden wir scharfsinnig und zutiefst gleichgültig gegen alle Unbill und alles Unglück des Lebens.”

Fernando Pessoa

 

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