Mitteilungsbedürfnis

Was mache ich

hier eigentlich? Was ist es, das mich immer wieder an die Tastatur zwingt? Was ist es, das mich immer wieder antreibt, mein Innerstes nach außen zu kehren? Was ist es, das mich immer wieder zwingt, etwas, das ich oft selbst noch nicht vollständig verstehe, anderen erklären zu wollen? Drängt die Zeit? Ganz sicher! So wenige, die wach, klar und verstehend durch´s Leben gehen! Welche Kraft drängt da in mir? Hoffentlich kein falscher Schein. Hoffentlich die einzig richtige Kraft, hoffentlich die Kraft die die einzig aufrichtige ist.

Eben habe ich

eine Antwort auf meine Frage gefunden, eben habe ich lesend erkannt: Du bist nicht allein! Und sofort musste ich wieder an die Tastatur. Gefunden habe ich die Antwort in einem kleinen Buch, das zugleich ein großer Schatz ist: “Zeichen am Weg” sein Titel, Dag Hammarskjöld der Autor. Und so lautet seine Antwort:

 

“Lächerlich, dieses Mitteilungsbedürfnis! Warum bedeutet es so viel, daß wenigstens jemand das Innere deines Lebens sieht? Wofür schreibst du dies, gewiß durchaus für dich selbst – aber auch, vielleicht für andere?”

Dag Hammarskjöld

 

Aber auch, vielleicht

für andere! Genau so sehe auch ich es, genau so empfinde auch ich es. Wer selbst das Gefühl hat, nach scheinbar ewiger Suche endlich den Weg aus dem Labyrinth gefunden zu haben, möchte es anderen vermitteln. Aber die meisten stehen noch nicht auf Zehenspitzen, um den bestmöglichen Überblick zu erhalten. Allzu viele laufen tagein tagaus zwischen Betonmauern, aber das ist es, was sie gewohnt sind. Und wenn dann einer kommt und sagt, er habe einen Blick darüber hinaus getan, dann kommen sie mit ihrem Zweifel. Und dann wird das, was im Innersten eines Suchers – oder Finders? – als Wissen, als Wahrheit, als Gewissheit lebt, als bloßer Glaube abgetan, angezweifelt, verworfen. Man kennt die Mauern, man hat sich damit arrangiert. Aber ich gebe weiter meinem Mitteilungsbedürfnis nach, einer wird schon davon profitieren und wenn nur ich selbst es bin. Als Schlusswort (… nur für heute natürlich) noch einmal Dag:

 

“Wenn ich fortfahren darf: fester, einfacher – schweigsamer, wärmer.”

Dag Hammarskjöld

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.