Streiflicht #09

“Nichts ist groß, was nicht auch still wäre”

Seneca

 

Erst die abendliche Stille auf dem Wasser macht dieses zu einem Spiegel, in dem sich der Himmel auf ganz neue Art und Weise zeigen und sich so auch mit der Erde verbinden kann. Wahrhaft groß ist nur, wer sich nicht selbst in den Vordergrund stellt, wer sich nicht mehr als Mittelpunkt empfindet, wer die klare Sicht auf das was ist, nicht mehr durch seine eigene Bewegtheit verfälscht.  Wie durch ein Auge blickt der Betrachter dann ins Innerste der Schöpfung. Ganz gleich ob es sich dabei um einen See oder um die Pupille eines lebenden Geschöpfes handelt. Nichts ist wahrhaft groß, was nicht die Stürme in seinem Innersten zum Schweigen gebracht und damit die Wogen geglättet hat.

Text & Photographie / Stefan Kälberer

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