Vom Zweifel

 

“… präge dir ein, niemals ohne Erlaubnis zu sprechen, und wenn sie gegeben wird, versuche nicht gleich alles zu sagen, was du weißt, sondern sei sicher, daß du alles weißt, was du sagst. Der Irrtum auf der Erde ist gerade schlimm genug. Es ist viel besser zu schweigen, als ihm auch nur ein Jota hinzuzufügen.”

Robert James Lees, “Reise in die Unsterblichkeit”

 

Diese Worte

haben mich in schwere Zweifel gestürzt, denn sie haben mir klar gemacht, dass in meinem tiefsten Innern schon seit einiger Zeit genau diese Fragen bewegt werden. Weiß ich tatsächlich immer was ich sage und, schlimmer noch,  veröffentliche? Habe ich die Erlaubnis dazu, oder ist es nur mein aufgeblasenes Ego, das gerne mit Worten und Bildern spielt? Wichtige Fragen und ich kann es gleich hier, am Anfang, sagen: klare Antworten darauf habe ich bislang nicht gefunden.

Wer sich

auf einem inneren Weg befindet weiß, wie schwer, wenn nicht gar unmöglich es ist, seinen Standort sicher zu erfassen. Vielleicht mischt sich zudem Zweifel darunter, Zweifel über die eigene Fähigkeit, den inneren Weg tatsächlich gehen zu können. Vielleicht aber ist diese Art des Zweifels auch hilfreich, da vollkommen berechtigt. Denn wer glaubt, den Weg aus eigener Kraft, nur ausgestattet mit seinen persönlichen Vermögen, gehen zu können, könnte sich bereits auf Irrwegen befinden. Die Erkenntnis, nur mit Hilfe des Lichtes, mit Hilfe von Oben den Heimweg gehen und anderen davon erzählen zu können ist äußerst wichtig. Denn Jesus, der Christus, sagte klar und deutlich: „Ohne mich könnt ihr nichts tun“.

So bleibt

nicht viel mehr als all die Worte als Möglichkeit zu betrachten, anderen zu zeigen, dass es tatsächlich einen Weg heraus aus dem Nebel unseres eingeschränkten Wissens gibt. Und dass dieser Weg hinauf zum Licht auch aufgezeigt werden kann, ohne ihn bereits zu Ende gegangen zu sein. Und ebenfalls sehr wichtig: dass er bereits von Unzähligen vorher gefunden wurde, die ebenfalls darüber berichtet haben. Vielleicht daher meine Leidenschaft für Zitate. Vielleicht sollen, vielleicht können sie beweisen, dass es nicht um die Wichtigkeit und Bedeutung meiner Gedanken und Erkenntnisse geht, sondern um die Gemeinschaft auf dem Weg. All das was wir am Wegesrand eingesammelt haben, soll weitergeschenkt werden. Vielleicht reicht das als Berechtigung, weiterhin laut zu denke und darüber zu schreiben. Völlig sicher bin ich mir aber immer noch nicht…

Text & Photographie / Stefan Kälberer

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