Bildgalerie: Die Kette #01

Seit Jahren

lag diese siebengliedrige Holzkette in einer Schublade meines Schreibtisches. Erinnerung an eine Zeit, in der ich noch nicht glaubte, für das Schnitzen keine Zeit zu haben. Nun ist sie mir wieder in die Hände geraten und kurz darauf in meine Fototasche gewandert. Glücklicherweise bin ich noch nicht dem Wahn verfallen, keine Zeit für das Fotografieren zu haben. Denn bei kaum einer anderen Beschäftigung gelingt es mir so gut, alles um mich herum zu vergessen, nicht zuletzt die scheinbar immer rarer werdende Zeit.

Eine Kette als Sinnbild der Gebundenheit und Gefangenschaft.  Entstanden aus einem einst lebendigen Teil eines großartigen Wesens, aus dem Körper eines mächtigen Baumes, der seine Gliedmaßen wie Flügel weit in den Himmel zu heben wusste. Dann starb dieses großartige Wesen, alles Leben wich aus ihm, es wurde eine Kette daraus. Geschnitzt, erschaffen von Menschenhand. Und ist es mit unseren irdischen Fesseln nicht genauso? Sind nicht auch sie aus etwas einst lebendigem, großartigem entstanden? Geformt zwar durch das Schaffen kreativer Hände, aber nichtsdestotrotz zu Fesseln geworden, die doch einst Flügel hätten werden können?

Text & Photographie / Stefan Kälberer

 

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