Gedicht #03 “Es gibt das Licht”

Sachbücher sind eine Sache,

Gedichte eine andere. Sachbücher habe ich geschrieben, sie mir teilweise auch abgerungen. Aber Gedichte? Die haben mich nie so wirklich interessiert. Und selbst welche zu schreiben, daran habe ich nicht einmal im Traum gedacht. Und dann wache ich eines morgens auf, habe ein paar Reime wie aus einem vergessenen Traum im Kopf und spüre, das musst du aufschreiben.  Wenige Stunden später ist das erste Gedicht fertig. Die nächsten Tage kommen zwei weitere zu mir! Magisch? Ich finde schon! Seitdem ist mir keines mehr zugeflogen.

Hier also Gedicht #03:

es gibt das licht

 

fremd bin ich geworden in der welt
lebe nur noch in zerschliss´nem zelt
aufwärts zu den sternen geht mein blick
versperrt zeigt sich der weg zurück
trauer demut stille – meine besten freunde nun
sagen mir was hier für mich letztlich bleibt zu tun
tiefer bislang kaum verstand´ner schmerz
treibt mich heim ins ewig off´ne vaterherz
mein blutend weltlich herz ans kreuz gebannt
der blick sich richtet zu den bergen unverwandt
die fremdlingsschaft prägt mich mit macht
doch letztlich führt sie aus der eis´gen nacht
einst blinde augen ew´ge zeit in finsternis gericht
seh ich mit geschloss´nen lidern nun – es gibt das licht

 

Text & Photographie / Stefan Kälberer